Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Tage wie diesen…

… würde man unter normalen umständen gar nicht groß thematisieren. er war weder schrecklich, noch spektakulär und erst recht nicht randvoll mit lauter terminen und aktionen. ein stinknormlaer tag also in einem stinknormalen (die letzte zeit immer spießiger werdenden) leben. weswegen also nach so langer abstinenz bloggen, wenn doch garnix passiert ist?
ganz einfach: meine lebensqualität ist ziemlich hoch! ich habe einen klasse job, einen wunderbaren mann an meiner seite, eine familie mit der man jede krise sicher durchlebt und großartige feste feiern kann und einen freundeskreis, der zwar nur aus recht wenigen menschen besteht, von welchen ich aber für jeden einzelnen durch’s feuer gehen würde (und umgekehrt mit sicherheit ebenso). ich schätze, ich hab an einigen stellen echt vom leben die volle dröhnung verpasst bekommen, und das in positiver hinsicht.
weswegen ich heute zur tastatur gegriffen habe ist aber ein anderer grund als schiere dankbarkeit… das ich momentan so beschwingt bin ist zum großen teil auch ansichtssache (also meine ansicht, nich die von irgendwem sonst). ich definiere mich erst (wieder) seit kurzer zeit als glückspilz und das, obwohl sich oben genannte liste nur um einen einzigen punkt erweitert hat (den ich aus irgendeinem grund an den anfang der aufzählung gestellt habe, obwohl er bei weitem nicht der wichtigste sein sollte!). alles andere stand mir auch die ganzen letzten monate zur verfügung. dabei war ich nicht wirklich in einer undankbaren „ich-hasse-die-welt“phase. über mein unglaubliches soziales netz konnte ich mich auch beispielsweise im märz freuen, aber diese innere gelassenheit hat mich erst jetzt voll erwischt.
trotzdem ist natürlich nicht alles zucker. jeder hat menschen, um die er sich sorgt oder kämpfe auszutragen, das leben hasst schließlich stillstand. und wenn ich an so manchen tiefschlag aus meiner vergangenheit denke, frag ich mich noch heute, wie ich das mit habwegs klarem verstand hinter mich bringen konnte (ok, übertreibung des tages, so ganz gesund bin ich geistig wohl nicht, sonst würde ich bereits schlafen). dennoch, im moment geht es mir einfach gut. meine tage sind keine perlenschnur sich aneinander reihender rauschender feste sondern eher ganz viel alltags. jedoch wüßte ich im großen und ganzen nicht, worüber ich meckern sollte (im kleinen und speziellen weiß ich das selbstverständlich tagtäglich nur allzu genau…)
mein zufriedenheitspegel ist anscheinend ganz schön abhängig von der jeweiligen perspektive…

Neues von der ArbeitsBine

hi ihrs.

auch wenn ich beim verfassen des letzten eintrags nichmals drauf zu hoffen gewagt hab, ich wurde tatsächlich von einem arbeitgeber erwählt, von nun an fröhlich für seine einrichtung dienst zu tun. ob die vorher tatsächlich meine bewerbung genauestens gelesen haben *leiser zweifel*…
naja egal jetzt, ist ja deren problem, dass sie mich nu an der backe haben. ganz ungeschoren bin ich allerdings auch nicht davon gekommen. ich, die ich bisher nahezu ausschließlich mit jungs im alter von höchstens 15 gearbeitet habe, treibe mich nun quasi täglich in einer mädchenwohngruppe rum, deren jüngste bewohnerin bald 16 wird. und das in einem stift, der eigentlich auf die arbeit mit männlichen klienten spezialisiert ist und genau (na ?) EINE außenwohngruppe mit mädels anbietet. das leben is echt merkwürdig, aber zumindest hat das drehbuch immer noch eine amüsante wendung parat (zumindest für außenstehende).
soweit auch alles gut, langsam gewöhn ich mich ein und nettere kollegen kann ich mir eigentlich gar nicht wünschen, aber ich wäre natürlich nicht ich, wenn nicht auch scho etwas, sagen wir, leicht unkluges passiert wäre.
zum einstellungsgespräch und auch zur vertragsunterzeichnung musste ich in die verwaltung des stiftes, die sich mitten in den feldern des münsterlandes befindet. sehr idyllisch, aber ich bevorzuge nach wie vor das linke rheinufer. bei diesen beiden gelegenheiten traf ich auf einen sehr zuvorkommenden und überaus freundlichen jungen mann, der mir enthusiastisch alle türen öffnete und überaus begeistert die hände schüttelte. stellte sich beim ersten mal als der herr … vor, wobei mir der name so überhaupt nix sagte. die misstrauische blondine in mir schloss sofort, dass die lieben leutz da einen akuten mangel an jungen frauen im heiratsfähigen alter haben, münsterländer bauern eben…
als ich am zweiten arbeitstag mit einem kollegen meine schlüssel und den dienstausweis im hauptgebäude abholte, wollte dieser auch noch mal kurz bei unserem pädagogichen leiter (unser direkter vorgesetzter) ins büro schauen. leider hatte der so gar keine zeit für uns, weil schon zwei leute in seinem büro saßen, unter anderem auch mein grinsekater. der grüßte auch sogleich wieder strahlend, woraufhin ich recht reserviert ebenfalls ein knappes hallo in seine richtung schickte, immerhin sollte mein chef nicht denken, dass ich bereits in meiner ersten woche anfange mit den kollegen zu flirten…
wieder im dienstbulli meinte mein kollege: na das ist doch toll, sabine. da hast du heute auch gleich den neuen chef des stiftes gesehen. ich darauf nur, wie bitte, wann das denn? na der saß doch grad auch bei … im büro, gleich vorn an der tür.
NEIN!!! deshalb war mir der name des hauptverantwortlichen auf meinem arbeitsvertrag so bekannt vorgekommen: es war der erste mensch, der sich mir dort vorgestellt hatte (allerdings ohne zu erwähnen, dass er chef von et janze ist). und ich dummes dummes huhn dachte der typ will mich anbaggern, dabei ist er nur nett zu seinen angestellten.
wie ihr seht, ist mit einer baldigen karriere nicht zu rechnen, wer den oberboss mit freundlicher zurückweisung behandelt, während der nur seine neuen mitarbeiter kennenlernen will, dürfte kaum aus dem annerkennungsjahr übernommen werden.
aus dem soapeigenen therapiezentrum grüßt ganz enthusiastisch und strahlend (aber ohne hintergedanken), die gelli

Nervöse Zustände

hi ihrs.
ich hatte es ja versprochen, diesmal fließt nicht wieder soviel wasser den Rhein hinab, bis ich mich das nächste mal zum bloggen niederlasse. ich habe eine frohe botschaft zu verkünden: NEIN ich bin nich schwanger, das überlass ich noch dem rest meiner verwandschaft, eine mini-version von mir wär momentan echt noch zu stressig… aber ich hab eine andere hürde im leben genommen (herrje, wie philosophisch…) ich hab mein studium beendet, sogar erfolgreich!!!
YIIEHAAW, party on. naja nich ganz, ans ende des studiums hat nämlich der große schöpfer die bewerbungen gestellt. oh man, ich hasse es regelrecht, für mich selbst werbung zu machen und es fällt mir unsagbar schwer, mich zwischen all den möglichen worten für die richtigen zu entscheiden. ich mein, da gehts um richtig was, das betrifft meine unmittelbare zukunft. was is, wenn die mich doof finden, und keiner von denen mich einstellen will? außerdem hat der kleine hyper in mir eine völlig neue quelle der panikmache entdeckt. was, wenn ich in meine bewerbungen die falsche addresse bzw. telefonnummern geschrieben habe??? dann könnte es doch sein, dass ich niemals erfahre das einer von denen mich theoretisch sehr gern beschäftigen wollen würde, wenn er/sie nur die möglichkeit dazu hätte… und was, wenn ich aus versehen deren addresse falsch geschrieben hab und die dinger überhaupt nie ankommen… oder der postbeamte, bei dem ich die briefe aufgegeben habe konnte mein gesicht nich ausstehen und hat sie kurzerhand in den nächsten mülleimer geschmissen… AAAAAAAAAHHH ich dreh hier noch durch wie ihr grad selbst lest. ich hasse warten, wenn ich nichmals genau weiß, worauf…
außerdem muss ich auch mal wieder zum zahnarzt, was meiner laune ebenfalls nich zuträglich ist. leben kann schon ganz schön stressig sein, wenn man sich nur genügend in alles reinsteigern kann.
also, dieser hysterische anfall sei mit lieben grüßen an euch alle beendet. machts besser, die gelli

Werd ich jetzt erwachsen?

hi ihrs.
und wieder einmal blogge ich aus verwirrung. ich fürchte, ich werd echt endgültig erwachsen…
kürzlich sprachen meine beste freundin und ich über die vor- und nachteile von pärchenurlaub (schreibt man dieses wort eigentlich mit doppel ä?). an und für sich nicht weiter ungewöhnlich, da kurz vorher unsere beiden liebsten uns im urlaub für ein we besucht hatten. das problem war nur, dass uns nicht so wirklich viele nachteile eingefallen sind und wir die am idee am ende sogar richtig gut fanden. und jetzt frag ich mich, ob wir noch normal sind. ich mein, halloho, wir sind so mitte zwanzig und benehmen uns wie irgendwelche thirtysomethings in ihrer reihenhaussiedlung mit gartenzaun. ich mein, ich weiß ja, dass andere in unserem alter längst verheiratet sind und bereits einen stall kinder am rockzipfel hängen haben, aber wir sind doch ganz anders!!!
naja, vielleicht steckt eben doch in jedem von uns ein kleiner spießer der nur auf den richtigen moment zum ausbruch wartet. oder ich widme mich wieder einmal einer meiner liebsten beschäftigungen und überinterpretiere die ganze situation hemmungslos… ;-)
was solls, ich muss mich jetzt wieder mit dem alltag beschäftigen und diesen ganzen rein hypothetischen krams wieder aus meinem kopp kriegen. machts besser und ein tipp noch an die jüngeren: versucht nicht, möglichst schnell erwachsen zu werden, der mist kommt schon noch früh genug

Religion und Schule

Hi Ihrs
ich hab da mal wieder ein problem. allerdings nicht erst seit heute. es geht um die reli-stunden in der schule. ich bin dagegen, sehr sogar. dabei bin ich laut meiner eigenen definition eindeutig christin. aber schule ist in deutschland nunmal eine staatliche institution und die vermischung von staat und religion verursacht bei mir immer unbehagen.
es gibt zu diesem thema einfach zu viele negativ beispiele. nicht, dass ich persönlich ein problem damit hätte, in einem christlichen staat zu leben. wie gesagt, meine prägung verlief bisher durch und durch christlich und ich finde die mir dadurch vermittelten werte zu einem großteil sinnvoll und annehmbar. aber ich bin eben nicht der ganze staat. und das die mehrheit der in deutschland lebenden menschen nach wie vor christen sind, wäre mir ziemlich neu… warum also die bevorzugung gerade dieser religion in unserem schulsystem? und warum ein fach auf dem lehrplan haben, welches mit einem einzigen wisch von jedermann abgewählt werden kann (sogar von den asos, die sich ein halbes jahr später von der verwandschaft bei ihrer konfirmation ein ordentliches finanzielles polster für den führerschein in den hintern blasen lassen)? ok, ich geb ja zu, das die reli stunden mit ihren ewigen mandalas und traumreisen nicht grad der gipfel der intelektuellen anforderungen sind. aber fragt euch mal, warum: weil die lehrer angst haben. nämlich davor, dass bei etwas anspruchsvolleren themen die noten der mehr denn desinteressierten schülerschaft in den keller rutschen könnten, woraufhin diese sich dann erst recht aus „gewissensgründen“ vom untericht abmelden. schließlich will sich niemand durch ein larifarifach wie reli den schnitt versauen…
also. weg mit dem fach und stattdessen verpflichtender ethik untericht. den könnten dann ja ohne weiteres die reli-lehrer übernehmen, immerhin sollten sie mit ihren eigenen ethischen vorstellungen im reinen sein. über die verschiedenen glaubensrichtungen sprach man ja auch bisher, sofern man es nicht mit einem mandala fetischisten zu tun hatte. denn solange schüler die fächer noch in wichtig bis komplett sinnlos einteilen, sollte sich niemand über katastrophale pisa ergebnisse aufregen.
aber zurück zum eigentlichen thema, der vermischung von staat und religion. der einzige staat, der das in meinen augen darf, ist der vatikan (und das als protestantin). der besteht eh nur aus einer ansammlung alter männer, ist unbedeutend klein und dürfte niemals in der lage sein, eine eigene atom-bombe zu bauen. alle anderen gottesstaaten jagen mir mit ihrem fanatismus und dem geschrei, das einzig sie dem wirklich wahren gott hinterherrennen einen kalten schauer über den rücken. und zu diesem erlauchten kreis zählen für mich eindeutig auch christliche staaten, wie beispielsweise die usa. in god we trust, nee is klar. mit dem missionarischen eifer kann man ja mal eben den nahen osten mit einem modernen kreuzzug überziehen. gott tut mir definitiv leid, dass so viel mist in seinem namen passiert…