Religion und Schule

Hi Ihrs
ich hab da mal wieder ein problem. allerdings nicht erst seit heute. es geht um die reli-stunden in der schule. ich bin dagegen, sehr sogar. dabei bin ich laut meiner eigenen definition eindeutig christin. aber schule ist in deutschland nunmal eine staatliche institution und die vermischung von staat und religion verursacht bei mir immer unbehagen.
es gibt zu diesem thema einfach zu viele negativ beispiele. nicht, dass ich persönlich ein problem damit hätte, in einem christlichen staat zu leben. wie gesagt, meine prägung verlief bisher durch und durch christlich und ich finde die mir dadurch vermittelten werte zu einem großteil sinnvoll und annehmbar. aber ich bin eben nicht der ganze staat. und das die mehrheit der in deutschland lebenden menschen nach wie vor christen sind, wäre mir ziemlich neu… warum also die bevorzugung gerade dieser religion in unserem schulsystem? und warum ein fach auf dem lehrplan haben, welches mit einem einzigen wisch von jedermann abgewählt werden kann (sogar von den asos, die sich ein halbes jahr später von der verwandschaft bei ihrer konfirmation ein ordentliches finanzielles polster für den führerschein in den hintern blasen lassen)? ok, ich geb ja zu, das die reli stunden mit ihren ewigen mandalas und traumreisen nicht grad der gipfel der intelektuellen anforderungen sind. aber fragt euch mal, warum: weil die lehrer angst haben. nämlich davor, dass bei etwas anspruchsvolleren themen die noten der mehr denn desinteressierten schülerschaft in den keller rutschen könnten, woraufhin diese sich dann erst recht aus „gewissensgründen“ vom untericht abmelden. schließlich will sich niemand durch ein larifarifach wie reli den schnitt versauen…
also. weg mit dem fach und stattdessen verpflichtender ethik untericht. den könnten dann ja ohne weiteres die reli-lehrer übernehmen, immerhin sollten sie mit ihren eigenen ethischen vorstellungen im reinen sein. über die verschiedenen glaubensrichtungen sprach man ja auch bisher, sofern man es nicht mit einem mandala fetischisten zu tun hatte. denn solange schüler die fächer noch in wichtig bis komplett sinnlos einteilen, sollte sich niemand über katastrophale pisa ergebnisse aufregen.
aber zurück zum eigentlichen thema, der vermischung von staat und religion. der einzige staat, der das in meinen augen darf, ist der vatikan (und das als protestantin). der besteht eh nur aus einer ansammlung alter männer, ist unbedeutend klein und dürfte niemals in der lage sein, eine eigene atom-bombe zu bauen. alle anderen gottesstaaten jagen mir mit ihrem fanatismus und dem geschrei, das einzig sie dem wirklich wahren gott hinterherrennen einen kalten schauer über den rücken. und zu diesem erlauchten kreis zählen für mich eindeutig auch christliche staaten, wie beispielsweise die usa. in god we trust, nee is klar. mit dem missionarischen eifer kann man ja mal eben den nahen osten mit einem modernen kreuzzug überziehen. gott tut mir definitiv leid, dass so viel mist in seinem namen passiert…